Pleiten, Pech und Pannen

In dieser Rubrik schauen wir genauer auf drohende und erfolgte Insolvenzen, Fehlentwicklungen und Fragwürdiges.

Juni 2013 – König & Cie. verkauft 80% seiner Anteile

Das infolge der Finanzkrise und dem anschließenden Kollaps der Schifffahrtsmärkte in Seenot geratene Emissionshaus König & Cie. überträgt 80 Prozent der Firmenanteile auf US-Investoren. Das Personal wurde von rund 140 auf etwa 60 Mitarbeiter reduziert.

Juni 2012 – Die Postbank schließt Ihre Vermögensberatung

10 Jahre nach Gründung stellt die Postbank den Geschäftsbetrieb der Vermögensberatung wieder ein. Fader Beigeschmack, Kunden die nur in Geschlossene Fonds investierten, wurden darüber noch nicht einmal schriftlich informiert.

Mai 2012 – Tankerfonds König & Cie. MT King Edwin ist insolvent

Am 15. Mai 2012 wurde die vorläufige Zwangsverwaltung für den König & Cie. Renditefonds 62 MT „King Edwin“ angeordnet. Über 400 Anleger, die sich im Jahr 2007 beteiligt haben erleiden Totalverlust.

2012 – HSH Nordbank tritt Rückzug an

Zuerst kündigte die Commerzbank an, aus dem Geschäft mit Schiffsfinanzierungen auszusteigen. Wenig später wurde bekannt, dass die HSH Nordbank, der größte deutsche Finanzier von Schiffsbeteiligungen, ihr Geschäft stark reduzieren muss, um EU-Auflagen zu erfüllen. Wie die FTD berichtet, haben die Banken faule Schiffskredite in zweistelliger Milliardenhöhe in ihren Büchern. Jahrelang hätten sie Geld für riskante Finanzierungen gegeben, die Fonds aggressiv vermarktet und so ein Überangebot mit erzeugt – nun würden sie den Rückzug antreten.

2011 – Veruntreuung im Fonds MCT Südafrika 3

Das Geld zahlreicher Postbank-Kunden ist im Zusammenhang mit einem Immobilienprojekt in Südafrika offenbar veruntreut worden. Nach Recherchen des Hörfunksenders NDR Info investierten die Kunden über den Fonds „MCT Südafrika 3“ mehrere Millionen Euro in ein Hotelprojekt in Südafrika, das von der Postbank mit Hinweis auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 beworben worden war. Das Geld sei jedoch vermutlich bei einer Vertragsfirma in Südafrika verschwunden.

März 2011 – Beluga Chartering GmbH meldet Insolvenz an

Als die Beluga Chartering GmbH Anfang März 2011 Insolvenz anmelden musste, war dies der Startschuss für eine Reihe von weiteren Insolvenzen von weiteren Beluga-Gesellschaften. Am Ende stand das Aus der Beluga-Reederei in deren Kerngeschäft. Von der Pleite der Beluga waren viele verschiedene Schiffsfonds der Emissionshäuser HCI, Oltmann Gruppe, OwnerShip und Nordkontor betroffen. HCI Capital hatte besonders viele Fondsschiffe bei Beluga unter Vertrag. Daher kündigte HCI sämtliche Verträge und übertrug der hauseigenen Reederei HCI Hammonia Shipping die Bereederung. Zwischenzeitlich kämpft auch HCI Hammonia Shipping mit der Krise der Schifffahrt.